
nach einer woche wars gestern nun so weit:
ich habe ein klo im krankenhaus entjungfert
nach zweimaligem großeinkauf in der hauseigenen cafeteria innerhalb von 30 minuten, hatte ich noch nicht genug
aber ich hätte es nicht gewagt ein drittes mal zu verlangen, mir diverse wurstsemmeln, kuchen und tortenstücke einzupacken, ich brauchte eine anonymere quelle zum futter beschaffen!!!
ausgang wäre aber erst in 3 stunden genehmigt!!!!!
hm, was tut man in so einer notsituation?
natürlich die regeln brechen ;-)
ich wusste die visite war noch zum durchhalten, auch mit schoko im bauch - hilfe!!!
aber bei abwesenheit würde man womöglich einen suchtrupp nach mir losschicken
20 minuten später - endlich fertig, ich wusste ich muss mich schleunigst rausschleichen um meinem gierschlund befriedigung zu verschaffen - nachschub war dringendst nötig!
damit ich nicht verdächtig erscheine laufe ich ohne jacke raus, durch den starken symptomdruck den ich verspüre werde ich die kälte kaum bemerken
gleich in der nächsten straße ist ein zielpunkt - das objekt meiner begierde und ziel meines verbotenen ausbruchs
im geschäft angekommen hatte ich bereits nach dem ersten gang beide hände voll, und konnte kaum noch was tragen
als ich es schaffte meinen blick von den lebensmitteln abzuwenden um mich etwas zu orientieren im unbekannten geschäft plötzlich ein schock:
der portier vom krankenhaus war da!!!!!!
ein schwarzer - sehr groß und stämmig - in der einen hand eine melone, in der anderen hält er das handy zum ohr - er telefoniert
wirkt fast bedrohlich auf mich, als wäre er vom FBI ;-)
ganz gewiss hat er mich vom krankenhaus bis hierher verfolgt und alamiert gerade die station darüber, dass ich davon gelaufen bin!!!!
oder ist das nur meine paranoia im fresswahn? oder weil ich etwas verbotenes tue?
mich überkommt eine angst, mich könnte bereits das rausschmiss-komitee erwarten, wenn ich zurückkomm
doch dann endlich erleichterung - er geht zur kasse und verlässt anschließend das geschäft - puh, ich konnte mich förmlich aufatmen hören und mich wieder ungehmmt meinen essgelüsten widmen
nachdem ich bezahlt hatte wurde mir klar, dass diese mengen gar nicht in meine handtasche reinpassten...und ich konnte wohl schlecht mit einem einkaufssackerl von meinem unerlaubten ausgang zurückkehren, dann wüsste ja jeder vollidiot bescheid
gut dass ich vorsorglich wie sich das für eine bulimikerin gehört einen löffel und servietten eingesteckt hatte ;-)
ich setzte mich auf die ablage hinter den kassen und legte schon mal los - drauf geschissen was sich die leute denken - ich brauch das jetzt
schon blöd in so nem fall, wenn man keine eigene wohnung hat, pfff
nachdem ich vertilgt hatte, was sich nicht in der tasche verstecken ließ, machte ich mich mit gebückten oberkörper auf den rückweg, mein magen schmerzte und ich konnte mich nicht wirklich aufrecht halten - ich musste sofort das nächste wc in der eingangshalle aufsuchen, um mich schon etwas zu erleichtern, und platz für den rest zu schaffen
ich hatt mich und meine suchtmittel erfolreich ins krankenhaus geschmuggelt, nun wurde ein ruhiges plätzchen aufgesucht, wo man keine zuseher zu erwarten hatte - das stiegenhaus, wenn auch nicht sehr bequem, war das einzige, das sich anbot
auch eine toilette hatte ich bereits im vorfeld auserkoren, weil sie mir am "schönsten" bzw. geeignetsten erschien
man will ja schließlich nicht überall reinkotzen ;-)
noch dazu wo ich eigentlich eine "heimfresskotzerin" und "heimscheißerin" bin - aber bei 8 wochen stationärer therapie bin ich dazu bereit, mal ausnahmen zu machen!
zum glück völlig ungestört und unbemerkt konnte ich mein auserwähltes klo aufsuchen, um mich der noch grausameren zweiten hälfte des geplanten prozederes zu widmen
die frage: "war das notwendig?"
ich versuche sie bewusst nicht zu stellen